Acht Schlachtenbummler der Pflanz, darunter lediglich vier Stammspieler aus der Ersten, machten sich auf den Weg nach Schwabmünchen, um beim Bayernpokal den Titel zu verteidigen. Im ersten Spiel traf man auf Donaustauf, mit denen man aus der Saisonvorbereitung noch eine Rechnung zu begleichen hatte. Die Pflanz kamen von Beginn weg gut in die Partie und hatten die Crocodiles gut im Griff. Aus einer stabilen Defensive erarbeitete man sich viele Einschussmöglichkeiten, von denen man zwei nutzen konnte. In der achten Spielminute mussten die Pflanz einen herben Rückschlag hinnehmen. Daniel Huber verletzte sich bei einem fairen Check an der Schulter. Das Spiel wurde für rund 30 Minuten unterbrochen und Huber noch vor Ort von Sanitätern versorgt, bevor er direkt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.

Nach weiterführenden Untersuchungen bestätigte sich der erste Verdacht: Das Schlüsselbein ist gebrochen. Huber wird der ersten Mannschaft somit mindestens zwei Monate fehlen. Die lange Unterbrechung sowie der Schock über die erste Diagnose warf die Pflanz allerdings nicht aus der Spur. Kraftsparend spielte man die zweite Halbzeit souverän herunter und gewann letztendlich verdient mit 2:0. Im zweiten Turnierspiel trafen die Pflanz auf die Straubing Buffalos. Die Pflanz taten sich extrem schwer, vielleicht hat man den Gegner auch etwas unterschätzt. Am Ende stand ein enttäuschendes aber gerechtes 4:4 auf der Anzeigetafel. Im Lager der Pflanz war man sich einig, dass man mit einer ähnlichen Leistung im dritten Spiel gegen Schwabmünchen aus der Halle geschossen wird. Schwabmünchen hatte im Spiel zuvor die Bayernauswahl mit 13:0 besiegt. Gegen Schwabmünchen agierten die Pflanz äußerst defensiv und man versuchte die Räume so eng wie nur möglich zu halten, um die spielstarken Mammuts in Griff zu bekommen. Diese Taktik ging auch weitestgehend auf. Zwar verlor man das Spiel mit 3:2, doch auf Seiten der Pflanz konnte man mit diesem Ergebnis durchaus zufrieden sein. Die defensive Ausrichtung mit gezielten und schnellen Nadelstichen in Form von Kontern, sollte auch im Finale am Sonntag voll aufgehen und könnte auch für das Ligaspiel am kommenden Sonntag ein gutes Rezept sein. Im letzten Samstagsspiel traf man noch auf die Bayernauswahl der Junioren. Mit einem sieg hätten sich die Pflanz die Halbfinalteilnahme bereits sichern können. Doch wie schon gegen Straubing, machten die Pflanz kein gutes Spiel und so mancher schien auch hier den Gegner unterschätzt zu haben. Die gewohnt lauffreudigen Junioren bereiteten der Pflanzdefensive enorme Probleme, man wurde das ein oder andere Mal ganz einfach überlaufen. Dies führte letztendlich auch zu einer verdienten 5:3 Niederlage. Somit stand nach dem ersten Tag nur ein Sieg zu Buche, bei einem Unentschieden und zwei Niederlagen. Somit standen die Pflanz am Sonntagmorgen gegen die Ingolstadt Nobodys gehörig unter Druck.

Ein Sieg war Pflicht, doch auch die Höhe des Sieges war für den direkten Vergleich mit Straubing von Bedeutung. Gut gelaunt gingen die sieben verbliebenen Pflanzspieler in die Partie. Doch die gute Laune verflog schnell, man brachte in der ersten Halbzeit keinen Fuß auf den Platz. Mit einem 3:2 Rückstand wechselte man die Seiten. Bei den Pflanz stieg nun die Nervosität, man wollte unbedingt vermeiden, bereits im Halbfinale auf Schwabmünchen zu treffen. In der zweiten Hälfte präsentierten sich die Mannen um Ersatzcoach Stefan Bauer etwas besser und man gewann letztendlich noch mit 8:3. Nun begannen sowohl bei den Pflanz, als auch bei der Turnierleitung die Rechenspiele. Nachdem Straubing mit 6:3 gegen Schwabmünchen verlor, ergab sich eine extrem kuriose Situation. Der direkte Vergleich mit Straubing brachte aufgrund des 4:4 keine Entscheidung. Auch die Tordifferenz war gleich. Als nächstes zählen die geschossenen und danach die kassierten Tore. Wie es der Zufall wollte, waren beide Mannschaften auch hier genau gleichwertig. Nach kurzer Beratung mit der Turnierleitung, sollte ein Penaltyschiessen die Entscheidung um den begehrten dritten Platz in der Vorrundentabelle bringen. Dieses Penaltyschiessen entwickelte sich zu einem wahren Krimi. Erst den achten Versuch konnte Matthias Schmerbeck im gegnerischen Gehäuse versenken. Zuvor hatten je zweimal Stefan Bauer und Daniel Schober, sowie je einmal Matthias Schmerbeck, Michael Eder und Benedikt Hofbauer verschossen. Dominik Schindlbeck konnte alle acht Penaltys der Straubinger entschärfen und avancierte zum Matchwinner. Somit gingen die Pflanz den Gastgebern aus Schwabmünchen im Halbfinale noch aus dem Weg, was die Chancen auf eine Finalteilnahme erhöhte. Die kräftemäßig angeschlagenen Pflanz hatten im Duell mit den Junioren anfangs nichts zu melden. Die erste Halbzeit gehörte ganz klar der Bayernauswahl und diese führte zur Pause verdient mit 3:0. Die Hoffnung, das Halbfinale zu überstehen, schwand bei den Pflanz von Minute zu Minute. Als die Bayernauswahl in Minute 25 auf 4:0 erhöhte und nur wenig später mit dem 5:0 noch einen drauflegte, glaubte im Lager der Pflanz keiner mehr an ein Weiterkommen. Die Spieler und Trainer der Bayernauswahl waren sich scheinbar auch etwas zu sicher.

Zehn Minuten vor Schluss erzielten die Pflanz den Anschlusstreffer zum 1:5. Nur wenig später gelang der zweite Treffer in Überzahl nach einem Freistoß. Als Stefan Bauer dann nach einem Offensivbully auf 3:5 verkürzte, keimte nochmal etwas Hoffnung auf. Ausgerechnet Pflanzspieler Max Aigner, der an diesem Wochenende genauso wie Marco Kammerer, Dominik Steer und Martin Dengler im Trikot der Bayernauswahl auflief, brachte die Pflanz mit einem Fehlpass, den Daniel Schober eiskalt ausnutze, zurück ins Spiel. Zu diesem Zeitpunkt waren noch knapp zwei Minuten zu spielen. Eine Minute vor Spielende war es dann der wiedergenesene Benedikt Hofbauer, der den viel umjubelten Ausgleich erzielte. Das Spiel war die letzte Minute an Spannung nicht zu überbieten, sowohl die Auswahl als auch die Pflanz hatten noch eine gute Möglichkeit, die allerdings nichts mehr einbrachte. Somit durften sich die Pflanz erneut im Penaltyschiessen beweisen. Stefan Bauer, Daniel Schober und erneut Matze Schmerbeck verwandelten souverän. Dominik Schindlbeck konnte einen der drei Penaltys entschärfen, sodass die Pflanz nach einer furiosen Aufholjagd doch noch ins Finale einzogen. Im Finale gegen Schwabmünchen boten die Pflanz eine kämpferische und leidenschaftliche Vorstellung. Stefan Bauer sorgte in Unterzahl für die 1:0 Führung, die allerdings noch im gleichen Powerplay egalisiert wurde. Die Mammuts schnürten die abwartenden Pflanz teilweise im eigenen Drittel ein. Die Pflanz blieben aber immer durch schnelle Konter gefährlich. In der ersten Überzahlsituation schnappte sich Stefan Bauer in der eigenen Hälfte die Kugel, nahm Fahrt auf und schloss den Angriff zum 2:1 ab. Als wenig später Daniel Schober mit einer sehr feinen Einzelleistung, bei der er zwei Gegenspieler alt aussehen lies, auf 3:1 erhöhte war Stimmung in der Halle. Dies war auch gleichzeitig der Zwischenstand nach den ersten 15 Spielminuten. Im zweiten Drittel war es zunächst Schwabmünchen, die auf 2:3 verkürzen konnten. Stefan Bauer konnte mit einem weiteren Konter die alte Zwei-Tore-Führung wieder herstellen. Schwabmünchen gelang in einer weiteren Überzahlsituation der erneute Anschluss. Doch die Pflanz hatten ihrerseits wiederrum die passende Antwort parat. Wieder war es eine Einzelleistung von Daniel Schober, der den Ball aus spitzem Winkel in den Torgiebel hämmerte. Kurz vor Drittelende mussten die Pflanz noch das vierte Gegentor hinnehmen. Der letzte Abschnitt war dann auf Seiten der Pflanz eine reine Abwehrschlacht. Immer wieder brachten die Pflanz entweder den Schläger oder die Skates dazwischen. Und wenn doch mal ein Schuss aufs Tor kam, war der extrem gut aufgelegte Dominik Schindlbeck zur Stelle.

„Was Schinde im Finale abgeliefert hat war erstaunlich. Er hat uns in dieser Phase mehr als einmal im Spiel gehalten“, so Stefan Bauer. Für Entlastung konnten die Pflanz nicht mehr allzu oft sorgen, zu hoch war der Druck der Mammuts. Als die Mammuts eine Minute vor Schluss dann den Torwart zugunsten eines fünften Feldspielers vom Feld nahmen, kamen die Pflanz gar nicht mehr aus dem eigenen Drittel. Dennoch gelang es, gefährliche Schüsse weitestgehend zu unterbinden, bis 12 Sekunden vor Schluss. Einen Querpass von Dominik Hägele drosch Alexander Krafczyk an Dominik Schindlbeck vorbei ins Tor. Die Pflanz waren kräftemäßig nun am Ende und konnten in der Verlängerung keinerlei Akzente mehr setzen. Aber auch an Schwabmünchen ging das intensive Spiel nicht spurlos vorüber. Ein Lupfer von Dominik Hägele aus der eigenen Hälfte sollte dann aber die Entscheidung bringen. Dominik Schindlbeck war bei diesem eigentlich harmlosen Versuch die Sicht versperrt, sodass der Ball irgendwie den Weg ins Tor fand. Die Pflanz versuchten sich noch einmal aufzubäumen und nahmen Schindlbeck aus dem Tor. Doch Schwabmünchen machte mit einem Empty-Net-Treffer den Sack zu und entschied das Finale um den Bayernpokal mit 7:5 n.V. für sich.

Das Fazit des Trainers: „Es war ein Turnier mit vielen Hoch uns Tiefs. Teilweise wurden uns auch in Spielen gegen vermeintlich schwächere Gegner klar unsere Schwächen aufgezeigt. Andererseits muss man der Truppe ein riesen Kompliment machen. Wer nach einem 5:0 Rückstand im Halbfinale zurückkommt und sehr spielstarken Mammuts im Finale 44 Minuten und 48 Sekunden Paroli bietet, hätte sich den Sieg eigentlich verdient gehabt. Die Moral, die Leidenschaft, der Kampfgeist und die Stimmung im Team war hervorragend. Wir können mit dem Erreichten zufrieden sein!“

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