Wie bereits in der Vorberichterstattung mitgeteilt, begannen am heutigen Samstagabend die Play-Off-Finalspiele um die Deutsche Meisterschaft im Damen – Inlineskaterhockey mit einem Heimspiel für die leicht favorisierten Spielerinnen des amtierenden Double-Gewinners ISC Düseldorf Rams. Gegner wie in den Finalserien 2012 und 2011 die Damenmannschaft der Duisburg Ducks. Die Heimmannschaft hatte in der vergangenen Woche einige Hiobsbotschaften verkraften müssen; so sind nicht mehr alle Spielerinnen fit, verletzungs- und abwesenheitsbedingt ist der Kader dezimiert, hinzu kam, dass Jessica Trinks und Susanne Schwedt sich noch mit einer Erkältungserkrankung plagen. Coach Gunnar Genuttis konnte seine Spielerinnen am heutigen Abend ebenfalls nicht an der Bande unterstützen, da seine beiden Zwillingssöhne am heutigen Tag getauft wurden. Aber im Coaching ist unser langjähriger Captain Nadine Joisten bestens erprobt und übernahm diese Zusatzaufgabe beim heutigen Spiel wieder einmal mit Bravour.

Die Landeshauptstädterinnen traten in folgender Besetzung an:

Im Sturm liefen auf die Paarungen Jana und Mia Bagusat, Elena Unterlöhner und Liv Schroeder, die sich im letzten Spielabschnitt mit der gesundheitlich angeschlagenen Jessica Trinks abwechselte. In der Verteidigung spielten die Paarungen Kira Riepe und Nadine Joisten auf, sowie Maren Krämer und Susanne Schwedt. Im Tor boten die Hausherrinnen Caro Walz auf. Zu Beginn der Partie in Niederheid begannen die Gäste aus Duisburg sehr druckvoll, sie spielten schnell und mit viel Elan in die Hälfte unserer Mannschaft. Doch die ersten druckvollen Duisburger Angriffe wurden sicher durch die gut gestaffelten und laufsicher agierenden Verteidigerpärchen abgelaufen.

Nach ca. vier Spielminuten stabilisierte sich das Spiel, die ersten schnellen Angriffe der Gäste ließen nach, zumal die Düsseldorferinnen mittlerweile in ihren gewohnten Rhythmus gefunden hatten und ebenso druckvoll in die Spielhälfte der Ducks eindrangen. In den folgenden Minuten ergaben sich Torchancen auf beiden Seiten, die jedoch von Duisburgs Torfrau Alexandra Sell ebenso sicher abgefangen wurden, wie es Caro Walz im Düsseldorfer Tor tat. In den folgenden Spielminuten verlagerte sich das Spielgeschehen dann mehr und mehr in die Hälfte der Ducks, die Ramserinnen hatten nun ein wenig mehr Spielanteile und ihre Angriffe waren zwingender. So kamen die Rams-Damen immer wieder gefährlich vor das Tor der Gäste und hatten dabei deutlich mehr Torschussabschlüsse, als es die Ducks in dieser Phase des Spiels hatten. Die zahlreichen Zuschauer in der Halle in Niederheid spürten, es müsste eigentlich das erste Tor für die Rams-Damen fallen, Chancen hatten sie jedenfalls genug. Doch es dauerte bis zur Spielminute 11:15, als direkt nach dem Wechsel Mia Bagusat auf die nach halblinks freilaufende Kira Riepe passte und Kira aus vollem Lauf den roten Spielball unhaltbar für Alexandra Sell zum verdienten 1:0 einschießen konnte. Der Jubel auf Düsseldorfer Seite war groß, hatte sich Kira Riepe doch mit diesem Treffer selbst noch ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk gemacht, sie hatte gestern Geburtstag.

Die Düsseldorferinnen versuchten zwar, direkt nachzusetzen und einen weiteren Treffer zu erzielen, aber die Ducks standen sicher und widerstanden allen Düsseldorfer Angriffsläufen mit Bravour. Es entwickelte sich eine packende Partie auf Augenhöhe, für Spannung war reichlich gesorgt. Die Duisburgerinnen versuchten, mit der ihnen eigenen körperlichen Härte die Partie an sich zu reißen, doch das hatte man auf Düsseldorfer Seite erwartet, diese Vorgehensweise der Ducks ist hinlänglich bekannt. Die Ramserinnen ließen sich nicht provozieren und spielten in ihrem gewohnten Rhythmus die Partie professionell und vor allem höchst diszipliniert weiter.

Doch auch Duisburg erarbeitete sich Konterchancen und in Spielminute 15:50 war es Duisburgs Steffie May, die aus der Distanz Goalie Caro Walz, der die Sicht ein wenig durch Captain Nadine Joisten versperrt war, zum 1:1 Ausgleichstreffer überwinden konnte. Zum Ende des ersten Drittels gerieten die Rams-Damen durch einen Wechselfehler in Unterzahl, die jedoch unbeschadet überstanden wurde. So endete der erste Spielabschnitt mit einem 1:1 Unentschieden. Captain Nadine Joisten mahnte in der ersten Drittelpause, sich weder zu Strafzeiten hinreißen zu lassen, noch den gewohnten Rhythmus und die gewohnte Ordnung aufzugeben. Die vorher festgelegte Taktik sollte beibehalten werden, zumal die Ramserinnen sich bislang bestens geschlagen hatten, dabei auch den höheren Spielanteil hatten und bei einigen der herausgearbeiteten Torchancen im ersten Drittel war es in einigen Situationen „Pech“, dass der Spielball nicht über die Duisburger Torlinie glitt.

Im zweiten Spielabschnitt spielten beide Mannschaften weiter auf hohem Niveau, man schenkte sich nichts, die Ramserinnen waren zwar stets bemüht, den Spielball immer und immer wieder in die gegnerische Hälfte zu treiben, um einen weiteren Torerfolg zu erzielen, aber die Duisburgerinnen hielten mächtig dagegen. Erst in der 38. Spielminute, als sich fast alle schon in der zweiten Drittelpause wähnten, passte Elena Unterlöhner auf die links laufende Kira Riepe und Kira erzielte mit einem echten Gewaltschuss direkt unter die Querlatte des Duisburger Tors den 2:1 Führungstreffer für die Rams-Damen. Mit diesem knappen Vorsprung ging es in die zweite Drittelpause, in der Captain Nadine Joisten weiter ihre Mitspielerinnen aufforderte, die abgesprochene Ordnung beizubehalten, weiter mit hoher Aufmerksamkeit und absoluter Disziplin die Partie fortzusetzen. Die Taktik werde aufgehen. Auf gar keinen Fall werde man sich aufgrund des knappen Vorsprungs in die eigene Hälfte zurückziehen, es wird weiter in der Offensive gearbeitet, aber eben aus der gewohnt sicheren Abwehr heraus mit dem ebenso gewohnt sicheren Aufbau.

Nach Wiederanpfiff des letzten Spielabschnitts gingen eigentlich alle in der Halle von einem weiteren, gegenseitigen Kräftemessen auf Augenhöhe aus und von einer Partie, die am Ende sicher ganz knapp ausgehen würde. Aber weit gefehlt, die Ramserinnen spielten direkt druckvoll auf, sehr kompakt und dicht gestaffelt zogen sie vor das Ducks-Gehäuse, ließen den Ball sicher in den eigenen Reihen laufen und spielten die Duisburgerinnen somit müder und müder, die in dieser Spielphase sehr viel Laufarbeit aufbringen mussten. Hinzu kamen sehenswerte Ballstafetten und wieder einmal traumhaft schöne Zuspiele in die Spitze und den Slot des Gegners. In der 44. Spielminute wurde dann aus der Düsseldorfer Verteidigung heraus ein weiter Pass nach vorn in den Duisburger Slot als Aufsetzer gespielt und Goalie Alexandra Sell konnte diesen Ball nur abblocken. Jana Bagusat, die hierauf schon gelauert hatte, reagierte blitzschnell und erzielte das viel umjubelte 3:1, hatte sich doch Jana endlich an diesem heutigen 23.11.2013 zu ihrem Geburtstag das erste Torgeschenk gemacht.

Dieser dritte Treffer gab den Ramserinnen spürbar Aufwind, direkt nach Wiederanpfiff wurde der Ball erobert, sicher und schnell nach vorn kombiniert und in Spielminute 44:59 war es Mia Bagusat, die den Spielball exakt fast auf die Duisburger Torlinie passte und Jana nur noch die Schlägerspitze kurz zum 4:1 an den Ball führte. Die Duisburgerinnen aufgrund dieser beiden schnellen Tore sichtlich aus dem Rhythmus gebracht, ja fast konfus. Die Zuordnung der Ducks stimmte nicht mehr, hinzu kam, dass die Ducks-Spielerinnen spürbar müde wurden.

Die Rams-Damen hingegen zogen jetzt direkt noch einmal das Tempo an, spielten äußerst diszipliniert auf, kombinierten miteinander, ließen den Ball sicher und weit in den eigenen Reihen laufen und zeigten wieder einmal ihr variantenreiches Angriffsspiel, in das mehr und mehr die Defensivspieler mit einbezogen wurden und alle Reihen und Blöcke wieder einmal im ständigen Wechsel bestens miteinander harmonierten und dabei eine Vielzahl von Torchancen herausarbeiteten.

Die Ducks gerieten in die absolute Defensive, die Rams-Damen dominierten die Partie und bestimmten das Spieltempo nun nach Belieben. In der 48. Spielminute spielte Verteidigerin Susanne Schwedt aus halbrechter Position wieder einen ihrer weiten Pässe direkt in den Duisburger Slot vor die Schlägerspitze von Mia Bagusat, die wiederum sicher zum 5:1 einschob. Die Duisburgerinnen ließen nun schon fast die Köpfe hängen; den Schlusspunkt unter die heutige Partie setzte dann Geburtstagskind Jana Bagusat, die auf Zuspiel von Kira Riepe den 6:1 Endstand herstellte.

Mit einem wirklich starken letzten Spieldrittel haben die Rams-Damen dieses erste Play-Off-Finalspiel – auch in dieser Höhe – verdient gewonnen. Die gesamte Partie über haben die Hausherrinnen diszipliniert aufgespielt, haben die taktischen Vorgaben bestens umgesetzt, haben Ruhe bewahrt und sich in ihrem Spielrhythmus nicht beirren lassen. Die Enten aus Duisburg haben über zwei Drittel bestens gegen die fortwährenden Angriffe der Ramserinnen gearbeitet und haben dabei ebenso gute Chancen für sich herausgespielt. Erst im letzten Spielabschnitt, als die Rams-Damen noch einmal das Tempo angezogen haben, dabei aber die gewohnte Ordnung und Disziplin, sowie die sichere Defense und Aufbauarbeit nicht aufgegeben haben, konnte das Blatt sicher gewendet und der Gegner zuhause besiegt werden. Der erste kleine Schritt ist getan; am kommenden Samstag geht es – ebenfalls um 18:00 Uhr – in der Halle an der Mündelheimerstraße 129 in 47259 Duisburg mit dem zweiten Play-Off-Finalspiel weiter. Dann sind die Karten wieder völlig neu gemischt. Es bleibt abzuwarten, wie fit die Spielerinnen aus Düsseldorf in einer Woche sind, denn einige leiden zur Zeit wirklich sehr unter Erkältungserkrankungen und leichten Blessuren. Mit der Rückkehr den z.Zt. Langzeitverletzten ist ebenfalls binnen einer Woche nicht zu rechnen. Doch der kleine Restkader wird bemüht sein, auch in Duisburg als Sieger vom Platz gehen zu können. Bei den heute zahlreich in Niederheid erschienenen Zuschauern möchten wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken und wir würden uns freuen, wenn ihr uns am kommenden Samstag auch in Duisburg anfeuern könntet.

Torschützen / Assists:
11:15 Kira Riepe / Mia Bagusat
38:53 Kira Riepe / Maren Krämer
44:32 Jana Bagusat / –
44:59 Jana Bagusat / Mia Bagusat
48:26 Mia Bagusat / Susanne Schwedt
52:46 Jana Bagusat / Kira Riepe

Thorsten Schwedt

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