Dieses zweite Play-Off-Finalspiel am vergangenen Samstagabend in der durch Fans beider Lager gut gefüllten Duisburger Halle stand – zumindest aus Düsseldorfer Sicht – gleich zu Beginn nicht gerade unter einem guten Stern. Wie bereits berichtet, hat sich der Spielerkader der Rams-Damen weiter gelichtet durch Verletzungen, Eishockeyspiele und weitere Abwesenheiten. Zudem fehlte Coach Gunnar Genuttis, er war berufsbedingt mit der DEG unterwegs. Hinzu kam, dass Stürmerin Liv Schroeder beim Eishockeyspiel am Freitagabend einen harten Check in die Bande erlitten hat und dies bis zum Samstagspiel auskurieren musste. Des Weiteren hatte Goalie Caro Walz von Freitag auf Samstag die Volljährigkeit ausgiebig gefeiert; sie zeigte für ihre Verhältnisse ungewöhnliche und deutliche Ermüdungserscheinungen. Und zu allem Übel hatten die Betreuer auch noch das Trikot der eigenen Tochter zuhause vergessen; dies wurde zwar umgehend herbeigeholt, aber trotz Zustimmung des Schiedsgerichts verweigerte Duisburg die Spielberechtigung von Verteidigerin Susanne Schwedt zu Beginn des ersten Drittels mit einem unifarbenen, roten Trainingstrikot; eine persönliche Anmerkung sei mir an dieser Stelle einmal gestattet: eine wenig überzeugende „Fairplay-Geste“ aus Duisburg.

So spielten die Ramserinnen notgedrungen in den ersten 11 Minuten nur mit Caro Walz im Tor, davor Kira Riepe und Nadine Joisten in der Verteidigung und den beiden Sturmpärchen Jana und Mia Bagusat, sowie Elena Unterlöhner und Liv Schroeder. Duisburg begann die Partie – wie erwartet – zuhause schnell, kampfbetont und druckvoll, waren sie doch gezwungen, das Spiel zu lenken und nach vorn zu treiben, um die Finalserie ausgleichen zu können. Die Ducks liefen mit 8 Feldspielerinnen auf, wechselten die beiden Reihen in kurzen Wechseln aus, um das Spieltempo gleich zu Beginn der Partie hoch halten zu können. Die Ramserinnen, in den ersten 11 Minuten nur zu 6 Feldspielerinnen, sahen sich daher zunächst in die Defensive gedrückt. Bereits nach 3 Minuten gelang Duisburg der erste Treffer des Spiels. Nachdem auch Susanne Schwedt endlich die im Dauereinsatz stehenden Verteidigerinnen Kira Riepe und Nadine Joisten unterstützen konnte, stabilisierte sich das Spiel der Landeshauptstädterinnen, die von Spielzug zu Spielzug spürbar in den eigenen Rhythmus kamen. Düsseldorf fand hierdurch endlich in das Spiel, hatte deutlich mehr Spielanteile und konnte die Dauerangriffe der Ducks besser ablaufen und auch zu Gegenangriffen ansetzen. So war es Jana Bagusat, die auf Zuspiel ihrer Schwester Mia in Spielminute 13:38 den Ausgleichstreffer unter großem Jubel der Mitspielerinnen und der mitgereisten Anhängerschar erzielen konnte. Spätestens jetzt war deutlich, Düsseldorf ist – auch in Minimalbesetzung – im Spiel angekommen. In den folgenden Minuten des 1. Drittels schenkten sich beide Teams nichts, Torchancen ergaben sich auf beiden Seiten und sowohl Goalie Sell auf Duisburger Seite, als auch Goalie Caro Walz auf Düsseldorfer Seite konnten mehrfach ihr Können unter Beweis stellen. In der 16. Spielminute gab es je eine Hinausstellung auf Duisburger und Düsseldorfer Seite, es standen sich nun nur drei Spielerinnen auf jeder Seite gegenüber. Beide Teams waren hochkonzentriert bemüht, ein Tor zu erzielen, es wurde schnell und variantenreich aufgespielt. Duisburg konnte jedoch 5 Sekunden vor Ablauf der Strafzeiten mit einem Distanzschuss von Sarah Zimmermann Goalie Caro Walz überraschen, der der rote Spielball unter dem Körper zwischen den Schienen hindurchrutschte. 2:1 für die Ducks, doch die Ramserinnen steckten nicht auf, im Gegenteil, nach Wiederanpfiff der Partie wurde der Ball erobert, flüssig in den eigenen Reihen kombiniert und 11 Sekunden vor Ende des ersten Drittels war es Captain Nadine Joisten, die mit einem Schlagschuss aus halbrechter Position doch noch den verdienten Ausgleich zum 2:2 vor dem Pausenpfiff erzielte. Den besseren Start in das zweite Drittel hatten dann die Ducks; gleich der erste Angriff wurde nach nur 16 Sekunden mit einem Schlenzer auf das Düsseldorfer Tor abgeschlossen und Goalie Caro Walz dabei zum 3:2 überrascht.

Danach spürte man im Team der Ramserinnen einen deutlichen Schub; die Angriffe druckvoller, das Passspiel schneller. Es entwickelte sich eine spannende und hochkarätige Partie, beide Teams zeigten ausgezeichnetes Hockey und boten den zahlreichen Zuschauern gut vorbereitete und bestens herausgespielte Torchancen auf beiden Seiten. Zum Ende des zweiten Drittels zogen die Ramserinnen nochmals das Tempo an, der Ausgleich sollte doch noch unbedingt vor der Drittelpause fallen. Dichter und dichter zogen sie vor das Duisburger Tor und in Spielminute 39:46 war es wieder Jana Bagusat, die auf Vorarbeit ihrer Schwester Mia direkt vor Goalie Alexandra Sell am Ball arbeitete, Sell konnte den ersten Schuss noch kerzengerade nach oben abwehren, aber Jana reagierte blitzschnell und nahm den Spielball volley aus der Luft und erzielte den zu diesem Zeitpunkt absolut gerechtfertigten Ausgleich zum 3:3. Ein echter „Kunstschuss“. Im letzten Drittel musste also die Entscheidung in der 2.Play-Off-Partie fallen. In der 42. Spielminute gab es eine Riesenchance für die Ducks, als der Spielball hinter Goalie Walz an der gesamten Torlinie entlanglief, ohne jedoch ins Tor zu rollen oder an den Pfosten anzuecken, da stockte allen auf Düsseldorfer Seite kurz der Atem. Wenig später gelang den Düsseldorfern ein weiterer Pfostentreffer, da blieb der Atem auf Duisburger Seite kurz stehen. Beide Teams spielten zu diesem Zeitpunkt mit schnellen Wechseln, das Spieltempo war durchgehend hoch und die nur 7 Feldspielerinnen der Rams-Damen erlitten in der Spielminute 47:30 einen weiteren, herben Rückschlag: Mia Bagusat knickte mit dem Bein im Kampf um den Ball derart unglücklich um, dass sie sofort unter großen Schmerzen am rechten Sprunggelenk die Spielfläche verlassen musste und auch nicht mehr am weiteren Spielgeschehen teilnehmen konnte. Das sorgte für ungewohnte und zusätzliche Unruhe im Spiel der Rams, die diese Partie auf jeden Fall in der regulären Spielzeit gewinnen und beenden wollten, um damit die Play-Offs 2013 für sich zu entscheiden.

Aber Duisburg hielt mächtig dagegen, lief die Dauerangriffe der Rams-Damen immer wieder ab, Goalie Sell sah sich minutenlang unter Düsseldorfer Dauerbeschuss, konnte aber alle Torschüsse bestens parieren. So verrannen die Spielminuten und in den Köpfen machte sich sicher der eine oder andere Zuschauer oder Spielerin mit einer Verlängerung vertraut, als exakt in Spielminute 58:00 Laura Müller aus Duisburg eine zweiminütige Strafzeit erhielt. Düsseldorf konnte also die restliche Spielzeit in Überzahl spielen, eine Spielsituation, die man im Laufe der beiden letzten Saisons mehr und mehr perfektioniert hatte. Aber im heutigen Spiel waren die Spielerinnen körperlich deutlich mehr gefordert worden, als in allen vorherigen Partien dieser Saison. Duisburg hingegen musste alles geben, um die Serie auszugleichen, die Finals weiter offen zu halten und auch eine Verlängerung zu verhindern. Die Sekunden der Überzahl vergingen, die Düsseldorferinnen versuchten eins um andere Mal, den Ball im Duisburger Tor zu versenken, aber die Ducks standen wirklich sehr gut gestaffelt vor Goalie Sell, die alle Torschüsse parieren konnte.

Und so bitter, wie das im Sport eben manchmal ist, gerade Jana Bagusat war es, die einen Aufbaupass aus der Mitte heraus spielen wollte, trifft Jana Gowinkowsky, die mit dem abgefangenen Spielball durchbrechen und wie bei einem Penalty allein auf Goalie Caro Walz zulaufen kann und genau 18 Sekunden vor Ende der Partie zum 4:3 aus Duisburger Sicht einschießt. Düsseldorf nahm zwar noch den Torwart für die restlichen 18 Sekunden aus dem Spiel, aber es blieb bei dem Ergebnis von 4:3. Duisburg hat damit die Finalserie ausgeglichen und die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft 2013 im Damen-Inlineskaterhockey fällt somit am Samstag, dem 7. Dezember 2013, 17:00 Uhr in der Halle in Düsseldorf – Niederheid, in der an diesem Samstag tagsüber zuvor das vereinsinterne Kuddel-Muddel-Turnier ausgetragen wird. Jana Bagusat war nach dem Spiel natürlich untröstlich, aber das kann im Sport passieren, davor ist kein Sportler gefeit. Auf der anderen Seite hat Jana – gemeinsam mit ihrer Schwester Mia – auch über die Saison hinweg für eine Vielzahl von Toren gesorgt, die das gesamte Team bis in die Play-Offs getragen haben.

In dieser Woche gilt es, den Kopf frei zu bekommen, die Verletzungen auszukurieren und zu hoffen, dass die Verletzten bis zum 7. Dezember 2013 wieder einsatzfähig sind und die Abwesenden in den Spielkader zurückkehren, um auch personell und nominell mit den Ducks gleichzuziehen. Die Spielerinnen werden jedenfalls in der letzten Partie dieses Spieljahres hellwach und hochkonzentriert auflaufen, will man doch den Titel des Deutschen Meisters in Düsseldorf behalten und bejubeln. Coach Gunnar Genuttis und sein Damenteam werden jedenfalls in dieser Woche alles daran setzen, dieses Saisonziel am 7.12.2013 auch noch zu erreichen. Dann ist in Niederheid auf jeden Fall für eine weitere, spannende Partie gesorgt, Nervenkitzel garantiert. Und Betreuerin Petra Schwedt hat versichert: „ein Trikot vergesse ich nie wieder“.

Ein zusätzlicher Trikotsatz befindet sich seit heute in der Betreuerkiste. Von daher muss die kommende Partie doch einfach unter einem „guten Stern“ in Niederheid stehen. Über Zuschauer, Spieler und Spielerinnen, die nach dem Kuddel-Muddel-Turnier am Samstag, 7.12.2013, noch in der Halle bleiben und unsere Damen im alles entscheidenden, dritten Play-Off-Spiel begleiten und bejubeln, würden wir uns sehr freuen. Bringt unsere Halle in Niederheid zum Kochen und tragt uns zum Sieg.

Torschützen / Assists:
13:38 Jana Bagusat / Mia Bagusat
19:49 Nadine Joisten / —
39:46 Jana Bagusat / Mia Bagusat

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