Um es gleich vorwegzunehmen, mit einem derart überzeugenden Auftritt des Doublegewinners ISC Düsseldorf Rams hat nach dem letzten Aufeinandertreffen dieser beiden Teams beim Finalkrimi in Düsseldorf zum Ende der letzten Saison sicher keiner im Vorfeld gerechnet. Doch mit einer ausgezeichneten Leistung haben die Rams-Damen mit fast komplettem Kader in Duisburg 2:11 gewonnen und wichtige drei Punkte aus Duisburg in die Landeshauptstadt geholt.

Aber der Reihe nach:

Spielertrainerin Nadine Joisten fehlte bei diesem Auswärtsspiel lediglich Andrea Lanzl und die immer noch verletzte Nina Heuser; im Tor stand Jastine Borgmann, in der Defense die gut eingespielten und erfahrenen Duos Kira Kanders / Maren Krämer und Kira Riepe / Susanne Schwedt. Im Sturm liefen die Paarungen Nadine Joisten / Vena-Marie Kanters, Jana und Mia Bagusat, sowie Elena Unterlöhner und Janine Wilbert auf. Die Marschrichtung für die Auswärtspartie war eindeutig: drei Sturmduos wechseln im schnellen Rhythmus zu den beiden Verteidigerpärchen, eine bei den Rams-Damen mittlerweile eingespielte und erprobte Praxis, bei der es in den zurückliegenden Spielen aber manches Mal an der Passgenauigkeit der letzten Jahre fehlte und so oftmals der letzte Pass nicht platziert genug in die Sturmspitze gespielt werden konnte. Aber genau dies hatten die Spielerinnen in den letzten Trainingseinheiten geübt, um die alte Perfektion und den früheren guten Rhythmus wieder zu finden. Schnelles Umschaltspiel bei Ballbesitz und Balleroberung und sofort mit drei Spielerinnen Druck auf des Gegners Tor aufbauen – und das Ganze im dauerhaft schnellen Wechsel, um das Spieltempo der Partie gleich zu Beginn sehr hoch zu halten. Aber auch die Duisburgerinnen spielten an diesem Tag mit vollem Kader, 10 Feldspielerinnen und im Tor Sarah Helmink, die für die verletzte Alexandra Sell zwischen den Pfosten des Ducks Tores stand und eine sehr gute Leistung bot.

Zudem gab es ein Wiedersehen mit Düsseldorfs ehemaliger Spielerin Liv Schroeder, die wohl doch nicht vom Inlineskaterhockeysport lassen konnte und nun seit vier Partien für die Konkurrenten aus Duisburg aufläuft. Man darf gespannt sein, welche ehemaligen Düsseldorferinnen noch in dieser Saison bei den nahe gelegenen Konkurrenten auftauchen. Aber zurück zum eigentlichen Spielgeschehen. Düsseldorf begann mit hohem Tempo, doch die Ducks kennen das Düsseldorfer Spielsystem zu Genüge und standen sicher in der Abwehr, preschten bei Ballbesitz ebenso druckvoll auf das Tor von Jastine Borgmann. Beide Torfrauen, Borgmann auf Düsseldorfer Seite und Helmink auf Duisburger Seite, standen dabei in den Anfangsminuten der Partie mehrfach unter Beschuss und konnten dabei ihre ganze Klasse gleich zu Beginn der Partie zeigen. Die Ramserinnen fanden schnell zu ihrem Rhythmus, in Ballbesitz konsequent mit schnellem und vor allem passgenauen Zuspiel – meist mit drei Spielerinnen und einer jeweils nach hinten absichernden Verteidigerin – Druck auf das Duisburger Tor auszuüben und so verwunderte es nicht, dass bereits in Spielminute 04:33 Captain Nadine Joisten auf Zuspiel von Kira Riepe an ihre Topleistung aus dem Berlin-Spiel vor einer Woche anknüpfte und das 0:1 markierte, dabei wurde sie mustergültig in einem einstudierten, kombinationssicheren Spielzug rechts im Slot angespielt und mit einem Tipp-In-Tor führten die Düsseldorferinnen die Partie zunächst an.

Duisburg steckte nicht auf, im Gegenteil, dieser erste Düsseldorfer Treffer mobilisierte spürbar Kräfte bei den Hausherrinnen, in Spielminute 05:59 war es Jana Gowinkowsky, die zum Ausgleich 1:1 einschieben konnte, wobei die Düsseldorfer Reihe bei diesem Treffer ungeordnet stand und den Duisburger den Weg zum Düsseldorfer Tor weit und unnütz öffneten. Aber die Ramserinnen fanden ihre gewohnt sichere Ordnung schnell zurück und bereits in Spielminute 10:35 war es Jana Bagusat, die von Maren Krämer hinter dem Tor lauernd angespielt wurde, Jana zog rechts ums Duisburger Tor und presste den Ball hinter die Linie, 1:2. Die Düsseldorferinnen zogen das Tempo noch einmal an, erhöhten den Druck und schnürten die Ducks in deren Hälfte ein, so dass bereits der nächste Angriff in Spielminute 11:38 zum nächsten Düsseldorfer Treffer führte: aus der Defensive heraus wurde Janine Wilbert direkt in den Lauf gespielt, sie führte den Ball sicher über die Feldmitte und legte dann mustergültig auf ihre nachlaufende Sturmpartnerin Elena Unterlöhner ab, die wiederum zielgenau den roten Spielball im unteren, rechten Eck einnetzen konnte, 1:3. Captain Nadine Joisten trieb ihre Spielerinnen an, es galt, nun direkt nachzusetzen, die Ducks weiter in der eigenen Hälfte einzuschnüren und möglichst schnell einen weiteren Treffer zu erzielen.

Die Spielerinnen setzten dies prompt um, mit einem exzellent getimten Pass aus der eigenen Defensive heraus fast über das komplette Spielfeld hinweg und durch die komplette Duisburger Reihe hindurch spielte Verteidigerin Susanne Schwedt auf die im linken Halbfeld in den freien Raum vor dem Duisburger Tor hineinlaufende Vena-Marie Kanters, die wiederum gefühlvoll und mit gutem Auge unhaltbar direkt vor Duisburgs Goalie Helmink in Spielminute 12:15 zum 1:4 einnetzte. Der Jubel war groß, die Führung im ersten Drittel nach nur 12 Minuten überraschend deutlich. Nach diesem vierten Düsseldorfer Treffer störten die Duisburgerinnen die Düsseldorfer Angriffe früher, so dass die bis dato schnellen Düsseldorfer Kombinationsangriffe nicht mehr durch die Ducks-Reihen hindurchkamen und früh abgefangen wurde. Das Ergebnis 1:4 stellte daher auch das erste Drittelergebnis dar. In der Pause berieten sich die Spielerinnen hins. der kommenden Spielzüge noch einmal; die Defensive stand sicher, in der Offensive wurden ausgezeichnete Spielzüge gezeigt, auf die sich jedoch die Duisburgerinnen zum Ende des ersten Drittels besser eingestellt hatten.

So verwunderte es wenig, dass die Ducks nach Wiederanpfiff der Partie mit hohem Tempo gegen das Düsseldorfer Tor anliefen, dabei in Spielminute 21:23 jedoch nur die Querlatte trafen. Die Partie wurde in dieser Phase etwas hektischer und die Ducks spielten körperbetonter auf, was in Spielminute 26:02 zur ersten Strafzeit der Partie führte; Kerstin Holzapfel von den Ducks musste für 2 Minuten auf die Strafbank, Düsseldorf erstmalig in dieser Partie in Überzahl. Kira Kanders, Maren Krämer und das Sturmduo Jana und Mia Bagusat wurden auf das Feld geschickt und gleich der erste Angriff saß, auf direktes Zuspiel von Kira Kanders verwandelte Jana Bagusat nach nur 2 Sekunden zum 1:5. Danach wurde die Partie auf beiden Seiten hin- und hergespielt, die Härte im Spiel nahm dabei leicht und kontinuierlich zu. Die Ducks wehrten sich mit solidem Körpereinsatz, der aber in der Spielminute 29:34 zur zweiten Hinausstellung von Kerstin Holzapfel führte und Düsseldorf damit die zweite Überzahl der Partie spielen konnte.

Captain Nadine Joisten schickte Jana und Mia Bagusat, sowie Kira Riepe und Susanne Schwedt aufs Feld. In Überzahlsituationen sieht man Verteidigerin Susanne Schwedt eher selten auf dem Feld, wenn doch, dann ist ihre Position klar definiert: stets unmittelbar am Slot. So verwunderte es wenig, dass Susanne das Spielfeld mit den lauthals gerufenen Worten „Susi vors Tor“ humorvoll betrat und sich auch dort direkt positionierte. Die Rams spielten die Überzahl direkt gut gestaffelt und druckvoll, die Ducks kamen nicht in Ballbesitz und Kira Riepe spielte schnell und exakt auf Susanne Schwedt, die am Slot lauerte, den Ball annahm und auf die hinter Susanne wartende Jana Bagusat zurückspielte; Jana ließ sich nicht zweimal bitten und verwandelte sich zum 1:6. Unter großem Jubel – aber auch mit viel Spaß und Freude – verließ die Reihe das Spielfeld und Susi konnte es sich augenzwinkernd nicht verkneifen, ihren Mitspielerinnen beim Abklatschen nochmals zuzurufen „und Susi vors Tor“. Mit dieser Spielfreude und hoher Konzentration spielten die Ramserinnen die Partie weiter. Die Ducks hingegen schienen ungeordnet, ein wenig unkonzentriert und ließen sich auch direkt wieder in die eigene Hälfte zurückdrängen. Die Rams hingegen druckvoll, schnell, passgenau und mit Schwung in den Kombinationen. Das zeigte sich gleich in Spielminute 31:06, als das Sturmduo Janine Wilbert und Elena Unterlöhner in einem sehenswerten, schnellen, zweimaligem Doppelpasszuspiel durch die Duisburger Reihen raste und Janine Wilbert mustergültig auf Elena Unterlöhner ablegte, die sodann aus vollem Lauf das 1:7 für die Rams markierte. Erfreulich und zugleich erfrischend zu sehen, wie Janine Wilbert so schnell und vor allem so gut zurückgefunden hat in den Spielerkader, nachdem sie aufgrund der zweiten Schwangerschaft fast eine ganze Saison pausiert hat. Das Zusammenspiel mit Sturmpartnerin Elena Unterlöhner hat bereits in Berlin ausgezeichnet geklappt, aber am heutigen Spieltag in Duisburg haben diese beiden Stürmerinnen auch wieder bestens miteinander kombiniert und harmoniert. Im weiteren Verlauf des zweiten Drittels hatten die Ramserinnen weiter den größeren Spielanteil, zogen das Tempo an oder verlangsamten, die Ducks waren in dieser Phase nicht spielbestimmend, sondern reagierten allenfalls auf das Spiel der Gäste aus der Landeshauptstadt. In Spielminute 34:30 war es dann noch einmal Jana Bagusat auf Zuspiel von Kira Kanders, die von halblinks kommend aus vollem Lauf mit einem fulminanten Schlagschuss im linkeren oberen Eck Torfrau Helmink aus Duisburg keine Chance ließ, 1:8. Danach ließen es die Ramserinnen spürbar ruhiger angehen, was sie auch direkt aus dem Rhythmus brachte; ungeordnet war die rechte Seite frei und Duisburg nutzte dies sofort in Spielminute 37:53 zum zweiten Treffer aus, Torschützin wieder einmal Jana Gowinkowsky. Mit dem Ergebnis von 2:8 endete auch das zweite Drittel.

Captain Nadine Joisten war mit dem Spiel ihrer Mannschaft zufrieden, auch die Stimmung unter den Spielerinnen ausgezeichnet; gelöst und locker, vor allem aber zuversichtlich ging man daher in das letzte Spieldrittel. Captain Joisten mahnte noch einmal, bei aller Freude in der Konzentration nicht nachzulassen, weiter mit hohem Tempo und dem sicheren, schnellen Passspiel die eingeübten Spielzüge und Angriffskombinationen auszuspielen. Das setzten die Spielerinnen auch um, sicher im Aufbau, passgenau das Zuspiel und im Angriff zeigten die Sturmduos wirklich sehenswerte Spielzüge. Die Partie wurde nun von den Ramserinnen dominiert, die Ducks hatten nur noch wenig entgegen zu setzen, die Partie verlagerte sich mehr und mehr in die Hälfte der Ducks und Düsseldorfs Goalie Jastine Borgmann, die in den ersten beiden Dritteln noch einige sehr gute Torchancen der Ducks vereiteln musste, hatte im letzten Drittel immer weniger zu tun.

In Spielminute 46:28 krönte Captain Nadine Joisten auf Zuspiel von Sturmpartnerin Vena-Marie Kanters erneut ihre gute Leistung, als Goalie Helmink aus Duisburg den Schlagschuss von Vena-Marie Kanters nur abprallen lassen konnte und Nadine Joisten netzte diesen Abpraller mit einem Rückhandheber ins obere rechte Toreck, ein sehenswerter Kunstschuss der erfahrenen Düsseldorfer Spielerin, 2:9. Danach lief die Partie einige Minuten ruhiger dahin, Torchancen boten sich wenige, die Partie verflachte ein wenig. Die Ramserinnen nutzten dies, um einige weitere Spielzüge auszuprobieren und durch zu kombinieren; in der Spielminute 56:30 führte eine solche Gesamtkombination zu einem weiteren Düsseldorfer Treffer, den sehenswerten und sicheren Abschluss dieser Kombination vollzog Neuzugang Vena-Marie Kanters mit dem Treffer zum 2:10. Den Schlusspunkt unter die Spitzenbegegnung der 1.Damenliga an diesem Spieltag setzte Jana Bagusat, die in Spielminute 59:06 absolut passgenau von ihrer Schwester Mia rechts im Slot lauernd bedient wurde und mit voller Wucht den Spielball an den Schienen von Torfrau Helmink vorbei zum 2:11 Endstand einschießen konnte. Die Ramserinnen haben in dieser Auswärtspartie ein ausgezeichnetes Zusammenspiel aller Reihen und Blöcke gezeigt. Zudem hat im gesamten Team eine ausgezeichnete Stimmung vorgeherrscht, so dass die Partie nicht nur mit Elan und Konzentration, sondern auch mit sehr viel Freude und Spielwitz geführt wurde.

Dabei haben die beiden Verteidigerduos Kira Kanders/Maren Krämer und Kira Riepe/Susanne Schwedt – gemeinsam mit der wieder ausgezeichnet aufspielenden Torfrau Jastine Borgmann – für Ruhe und Sicherheit im defensiven Bereich gesorgt. Lediglich zwei Gegentreffer gegen das komplette Duisburger Team sind eine Topleistung der Defense. Zudem erwiesen sich das Duo Kira Kanders und Maren Krämer wieder einmal als gefährliche Schützen aus der zweiten Reihe, deren Schlagschüsse oftmals nur abgeblockt werden konnten und so die Möglichkeit zum Nachschuss mehrfach eröffnet wurde. Kira Riepe agierte wieder als Wirbelwind und schaltete sich häufig in das Düsseldorfer Angriffsspiel ein, Susanne Schwedt hingegen beherrschte den Rückraum und lief die Konter der Ducks sicher ab, um sodann mit weiten Pässen dien nächsten Düsseldorfer Angriffe einzuleiten.

In der Offensive konnten die Rams-Damen gegen Duisburg mit drei Sturmduos auflaufen; das ermöglichte wieder schnelle Wechsel zu den Verteidigerpaarungen und variantenreiche Angriffskombinationen, die in den zurückliegenden Trainingseinheiten nochmals verbessert und einstudiert wurden. Nicht nur die topeingespielten Schwestern Jana und Mia Bagusat zeigten an dem Spieltag ihr großes Talent und ihre perfekte Abstimmung, auch Captain Nadine Joisten und die an ihrer Seite agierende Nachwuchsspielerin Vena-Marie Kanters, die erst ihr zweites Spiel für die Rams-Damenmannschaft machte, zeigten beste Angriffskombinationen; nicht zu vergessen die bereits erwähnten Janine Wilbert und Elena Unterlöhner, die ihre ganze Erfahrung und Routine in passgenaues Zuspiel und exzellentes Stellungsspiel einbringen, ermöglichten in diesem Auswärtsspiel einen souveränen Auftritt des Doublegewinners aus 2012 und 2013. Der Sieg in diesem Topspiel ist daher – auch in dieser Höhe – als völlig verdient anzusehen; die Ramserinnen waren bereits im Verlauf des ersten Spielabschnitts sicherer, druckvoller, temporeicher und schlichtweg zwingender in ihrem Spiel, als es der Gegner Duisburg Ducks gewesen ist.

Vor allem aber die Düsseldorfer Offensive mit den drei bestens zusammenspielenden Sturmduos hat bei dieser Partie eine Topleistung geboten und aufgezeigt, dass auch in der Saison 2014 mit den Rams-Damen wieder zu rechnen ist. Das gibt Zuversicht für die anstehenden Aufgaben und macht Mut für die ebenfalls in diesem Jahr bald kommenden Turniere Summer Cup (Pfingsten) und Europapokal (20.-22.06.2014 in der Schweiz). Zudem muss den Schiedsrichtern Wolfgang Meller und Sebastian Brütt an dieser Stelle ein Lob gezollt werden, die diese Damenpartie mit Professionalität, Ruhe und absolut sicheren und richtigen Entscheidungen geleitet haben und so auch ihren Beitrag zu dieser sehenswerten und guten Damenpartie geleistet haben. Für die Ramserinnen geht es am 24.05.2014 weiter mit der nächsten Auswärtspartie in Heilbronn, danach kommt es am 29.05.2014 bereits zum Rückspiel in Düsseldorf mit den Duisburg Ducks !

Torschützen / Assists:

04:33 Nadine Joisten / Kira Riepe
10:35 Jana Bagusat / Maren Krämer
11:38 Elena Unterlöhner / Janine Wilbert
12:15 Vena-Marie Kanters / Susanne Schwedt
26:04 Jana Bagusat / Kira Kanders
29:51 Jana Bagusat / Susanne Schwedt
31:06 Elena Unterlöhner / Janine Wilbert
34:30 Jana Bagusat / Kira Kanders
46:28 Nadine Joisten / Vena-Marie Kanters
56:30 Vena-Marie Kanters / —
59:06 Jana Bagusat / Mia Bagusat

Thorsten Schwedt

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