Wieder einmal stehen die Eagles mit leeren Händen da. In einem spannenden und körperbetonten Spiel mit ständig wechselnden Führungen sorgten katastrophale Fehler im Defensivverhalten der Eagles letztendlich für die Entscheidung im letzten Drittel, welches den wenig souverän agierendem Schiedsrichtergespann zu dem Zeitpunkt völlig aus den Händen glitt.

Dabei starteten die Hausherren gut in die Partie. Zwar lagen die ersten beiden Großchancen auf Seiten der Gäste, doch zu wenig Zielwasser und Torwart Inger im Kaarster Gehäuse verhinderten den frühen Rückstand. Besser machte es in der Folgezeit Pascal Mackenstein, der nach feiner Einzelleistung die Führung besorgte (4. Spielminute). Nur drei Minuten später baute Gabriel Hildebrandt die Führung sogar aus, als dieser von Adrian Grygiel mit einem Pass vor das Tor bedient wurde. Doch die Gäste aus Assenheim zeigten sich unbeeindruckt. Einen Schlagschuss von Nationalspieler Ressel lenkte Eagles Verteidiger Geiß ins eigene Tor (10. Spielminute). Keine 26 Sekunden später versenkte Yannik Wehrheim einen Nachschuss zum 2:2. Aber auch die Hausherren hatten die passende Antwort parat. Adrian Grygiel hämmerte nur eine Zeigerumdrehung später die orange Kugel erneut ins Gehäuse der Gäste. Selbiger stellte auch den alten Abstand wieder her, als er im Powerplay einen Pass von Thimo Dietrich verwertete. Doch nur 15 Sekunden später wieder Jubel auf der anderen Seite. Ein Befreiungsschlag der Kaarster landete beim Unparteiischen, von wo aus der Ball den Patriots auf die Kelle fiel. Wehrheim bediente sofort Jan Bannenberg, der die Kugel über Ingers Fanghand in die Maschen setzte (13. Spielminute). In der Folgezeit rissen die Assenhemer das Spiel an sich. Doch zwei Überzahlsituationen ließen sie ungenutzt. Die Strafe folgte zugleich. Thimo Dietrich markierte 41 Sekunden vor Ende des Drittels die 5:3 Führung. Allerdings schafften die Gäste aus Hessen wieder einmal postwenden den Anschluss. Mackenstein hatte auf dem Sünderbänkchen Platz nehmen dürfen und Jan Barta sagte mit einem Direktschuss ins linke obere Eck danke und beendete das Drittel.

Für die nächsten beiden Drittel rückte Malte Rütten zwischen die Pfosten, mit der Hoffnung, der Kaarster Defensive einen Weckruf zu erteilen. Doch die Wirkung blieb zunächst aus. Trotz zahlreicher guter Paraden musste Rütten dreimal hinter sich greifen. Zunächst erzielte Berk den Ausgleich für die Patriots, dann verwerte Napravnik eine zwei-auf-null Situation gegen viel zu weit aufgerückte Eagles. Diese stellten im zweiten Abschnitt des Spiels das Tore schießen völlig ein. Zu harmlos waren die Angriffe, die meist in der Defensive der Gäste hängen blieben. Assenheim nutzte die geblockten Schüsse für gefährliche Konter. Ein solcher besorgte auch die erste zwei Tore Führung für die Patriots. In eigener Überzahl verlor Hildebrandt als letzter Eagle den Ball an Jan Barta, der alleine auf Rütten zulief und zum 5:7 einnetzte.

So schlecht wie das zweite Drittel endete, so gut fing der Schlussabschnitt an. Mit einem Doppelschlag in den ersten beiden Minuten durch einen abgefälschten Schuss von Michael Geiß und einem konsequentem Nachsetzen von André Ehlert stand es plötzlich wieder unentschieden. Kaarst drückte auf die Führung. Assenheim lauerte auf Konter. Gut dreizehn Minuten vor Schluss schien das Spiel dann zu eskalieren. Zunächst schickte das Schiedsrichtergespann nach einer Rangelei vor dem Tor der Gäste Mackenstein auf Seiten der Eagles und Bannenberg auf Seiten der Patriots für jeweils fünf Minuten in die Kühlbox. Adrian Grygiel nutzte den sich bietenden Platz und besorgte nach langer Zeit wieder die Führung für die Hausherren. 8:7, zehn Minuten vor Schluss. Kaarst hatte das Spiel gedreht. Doch es wurde noch übersichtlicher auf dem Feld. Durch zunehmende Härte im Spiel lichtete sich die Reihen beider Mannschaften. Weitere fünf Minuten Strafen auf beiden Seiten sowie kurz darauf verhängte zwei Minuten Strafen erlaubten minutenlang nur ein Spiel 2 gegen 2. In dieser Phase suchte Kaarst trotz Führung unverständlicherweise ihr Heil in der Offensive, und rannte damit den Gästen ins offene Messer. Den ersten Gegenstoß konnte Rütten im Kaartser Tor noch abwehren, doch ständige Ballverluste der eigenen Vorderleute in der Vorwärtsbewegung führten zu weiteren Kontern der Patriots. Barta besorgte zunächst den Ausgleich (52. Spielminute), Ressel zwei Minuten später die Führung. Und auch Napravnik konnte ungehindert auf den Kaarster Schlussmann zulaufen und für die endgültige Entscheidung sorgen.

Die Crash Eagles Kaarst bilden damit weiterhin das Schlusslicht der Liga und verlieren damit erstmals den Anschluss an das restliche Teilnehmerfeld. Mangelnde Cleverness und katastrophales Defensivverhalten vor allem beim Umschalten von der Offensive in die Defensive sorgten wieder einmal für die Niederlage, wie schon so häufig in diesem Jahr. Der Trainingsplan für die kommenden Wochen stellt sich damit von alleine auf.

Inger (1.-20. Minute), Rütten (21.-60.) – Otten (0 Tore, 0 Vorlagen), Geiß (1/0), Boschewski (0/1), Dietrich (1/1), Dohmen (0/0), Ehlert (1/0), Grygiel (3/3), Hildebrandt (1/0), Mackenstein (1/1), Stein (0/0).

Fotos: Benedikt Kubatzki

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