Mit einem deutlichen 15:4 Erfolg verabschiedet sich der IHC Atting vom Pulverturm. Foto: Bauer
Mit einem deutlichen 15:4 Erfolg verabschiedet sich der IHC Atting vom Pulverturm. Foto: Bauer

Der IHC Atting hat am letzten Heimspielwochenende noch einmal für mächtig Wirbel gesorgt: Erst verspielte der Skaterhockey-Bundesligist am Samstag einen 6:4-Vorsprung gegen die Uedesheim Chiefs und verlor noch mit 6:8, um dann am Sonntag die Rhein-Main Patriots mit 15:4 aus der Halle zu schießen. Weiterhin Rang drei in der Tabelle war der Lohn dafür und die Qualifikation für die Playoffs ist damit zu 99 Prozent sicher.

Viel Aufmerksamkeit erregte der Club aber vor allem mit der Hallendiskussion: Der Verband hatte vergangene Woche angekündigt, die Ausnahmegenehmigung für das Eisstadion am Pulverturm nicht zu verlängern. Die Spielfläche ist zu groß und das Stadion steht nicht die vorgeschriebene Zeit von Anfang März bis Ende November zur Verfügung. Der Hallenbau in Atting selbst ist weiter nicht in trockenen Tüchern. Eine Entscheidung, ob gebaut wird oder nicht, steht aus.

All das sorgte für viel Diskussionsstoff in der Öffentlichkeit. Der IHC hat aktuell keine Heimspielstätte, muss aber bis 1. Oktober dem Verband eine neue vorweisen können. Ein Zusammenschluss deutscher Skaterhockey-Fans auf Facebook forderte umgehend, die seit zwei Jahren gültige Ausnahmegenehmigung zu verlängern, auch die heimischen Fans hoffen weiter, doch der Verband dürfte hart bleiben. Nach dem Sonntagsspiel zeigten sich sowohl die übrigen Vereinsmitglieder als auch viele Fans mit dem Team solidarisch. Knapp 180 Personen posierten für ein gemeinsames Foto, um Zusammenhalt zu demonstrieren.

Vereinsführung und auch Attings Bürgermeister Robert Ruber lobten nach dem Spiel Mannschaft und auch Umfeld ausdrücklich und gratulierten zur bisherigen Leistung: „Wir haben eine tolle Saison gespielt“, sagte Michael Bauer, einer der vier Vorsitzenden. „Angefangen von den Spielern, den Trainern und Betreuern, über die Sponsoren und die Organisation im Verein ist alles perfekt gelaufen.“ Trainer Jürgen Amann sprach nach dem 15:4 von einem „perfekten Abschied“ vom Pulverturm. „Das Spiel war sinnbildlich für unsere Saison. Wir haben mit Leidenschaft und Willen gespielt. Wir stehen da, wo wir hingehören. Zur Spitze fehlt uns noch etwas, es dürfte letztendlich auf den fünften, sechsten Platz hinauslaufen.“

Nun steht also die Hallendiskussion im Vordergrund. Erst vor wenigen Wochen wurde im 35 Kilometer entfernten Donaustauf eine Skaterhockey-Halle eingeweiht, ein Glücksfall für die Wölfe, die nun darüber nachdenken, die Saison 2015 dort zu überbrücken. „Wir wollen in jedem Fall weiter 1. Bundesliga spielen“, sagt Bauer. An einen Rückzug in die Regionalliga – ohne Spielstätte würde man weder für die 1. noch für die 2. Liga eine Lizenz erhalten – sei aktuell nicht zu denken. Ruber bekräftigte am Sonntag auch, dass 2015 nicht mit einem Bau zu rechnen sei. „Für 2016 bin ich aber sehr positiv gestimmt.“

Die Playoff-Heimspiele ab Oktober werden bereits in Donaustauf stattfinden. Zuvor findet am 6. September noch das letzte Auswärtsspiel in Kaarst statt. Nun haben die Wölfe erst einmal Pause, steigen Ende August wieder ins Training ein und hoffen, dass im Herbst die Saison noch ein wenig länger dauert.

Die Vereinsführung hat angekündigt, weiter intensiv für eine Halle zu kämpfen und letztendlich auch vor harten Entscheidungen nicht zurückzuschrecken. 1. Vorsitzender Bernd Maier hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass man ab 2016 eine Perspektive, sprich eine Heimspielstätte in oder um Atting haben müsse. Ansonsten würde man wohl den Schritt in die Regionalliga gehen, denn „strukturell, personell und finanziell können wir einen Umzug nur ein Jahr durchhalten“.

 

Text, Foto: Michael Bauer

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