Besucher des Freitagsspiels gegen Königsborn setzten keine großen Hoffnungen in die Dortmunder Elche. Schließlich kam mit Bad Nauheim einer der TOP-Favoriten an die Strobelallee. Aber der Abend wurde anders, als viele dachten. Die erste Hiobsbotschaft gab es schon vor dem Spiel. Dortmunds Trainer Krystian Sikorski konnte nur auf 14 Feldspieler zurückgreifen, und selbst diese 14 waren nicht alle gesund. Trotzdem merkte man von Beginn an, dass die Mannschaft heute das Unmögliche möglich machen wollte. Kai Kristian, der heute erstmalig das Tor der Elche hütete, und seine Vorderleute, machten von Anfang an den Gästen das Leben schwer. Die starken Nauheimer erspielten sich zwar einige Torchancen, doch die Dortmunder Kufencracks hielten immer dagegen, waren körperlich enorm präsent und standen in der Abwehr immer dicht beim Gegner. Auch eine Strafe von Igor Bacek in der 7. Minute konnten die Elche ohne Gegentreffer überstehen.

In der 11. Minute war es dann Igor Bacek, der durch einen Nauheimer Spieler am Knie attackiert wurde. Alle warteten auf den Pfiff des Unparteiischen, doch dieser blieb aus. Bei einer ähnlichen Situation wurde in der vergangenen Woche ein Krefelder Spieler vorzeitig unter die Dusche geschickt. Doch auch davon ließen sich die Elche nicht von ihrem Weg abbringen, und wurden in der 15. Minute erstmalig belohnt. Kevin Thau nahm genau Maß, und netzte zum vielumjubelten 1:0 ein.

Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die Pause. Und es waren erst 55 Sekunden im 2.Drittel gespielt, als Igor Bacek, auf Zuspiel von Nicolas Turnwald, zum 2:0 traf. Es entwickelte sich nun ein tolles Eishockeyspiel mit Torchancen auf beiden Seiten, und in der 25. Minute nutzte Marc Haaf ein Zuspiel von Igor Bacek, und traf zum 3:0 für die Elche. Mit diesem Zwischenstand hatte wohl keiner der anwesenden Zuschauer gerechnet. Und während so mancher über die tolle Leistung der Gastgeber staunte, machten die Spieler auf dem Eis weiter Druck. In dieser Phase waren die Dortmunder dem 4:0 näher, als die Nauheimer dem Anschlusstreffer. Und nun passierte, was schon gegen Duisburg der Fall war. Durch 3 Strafen gegen Dortmund, wobei zumindest eine fragwürdig war, fand der Gegner zurück ins Spiel. Zuerst traf Daniel Oppolzer, als Billy Themm in der Kühlbox saß. Danach mussten Sascha Panek und Sven Linda vom Eis, und Alexander Baum erzielte einen weiteren Treffer für die Gäste. Somit war aus dem 3:0 ein 3:2 geworden. Neben dem Frust über die Strafzeiten, merkte man dem dezimierten Dortmunder Kader nun an, wie anstrengend die ersten 30. Minuten doch gewesen sind. Und so kam es, wie es kommen musste. Die Roten Teufel fanden immer besser ins Spiel, die Dortmunder kamen jetzt auch schon mal den berühmten Schritt zu spät, und es fielen die Tore drei und vier für Bad Nauheim. Im letzten Drittel machte sich dann neben der spielerischen Klasse, auch die zahlenmäßige Überlegenheit der Gäste bemerkbar. Die Dortmunder hielten zwar noch dagegen, man konnte aber drei weitere Tore für die Kurstädter nicht verhindern.

Stimmen nach dem Spiel:
Co-Trainer Daniel Heinrizi ( Bad Nauheim ): „Die Dortmunder haben uns das Leben in den ersten 30 Minuten echt schwer gemacht, und wir haben nicht ins Spiel gefunden. Erst als wir die Anschlusstreffer erzielt haben, kamen wir zurück ins Spiel. Wenn Dortmund so spielt, wie in den ersten 30 Minuten, braucht man sich über das Erreichen der Saisonziele keine Gedanken zu machen.“
Trainer Krystian Sikorski ( Dortmund ): Meine Mannschaft hat heute toll gekämpft. Trotz der vielen Ausfälle hat sie alles gegeben. Leider hat man nach 30 Minuten doch gemerkt, dass die Kräfte nachließen. Da kommt man dann auch schon mal einen Schritt zu spät, und handelt sich Strafzeiten ein. Dadurch kam Bad Nauheim wieder ins Spiel und hat dann am Ende auch verdient gewonnen.
Ich hoffe, dass ich nächste Woche wieder alle Spieler an Bord habe, und die Mannschaft sich dann auch mal mit einem Punktgewinn in Ratingen belohnen kann.“

Tore:
1:0 Thau ( Haaf ) 14:48
2:0 Bacek ( Turnwald, Haaf ) 20:55
3:0 Haaf ( Bacek, Brenk ) 24:45
3:1 Oppolzer ( Ketter, Rinke ) 29:35
3:2 Baum ( Rinke, Stanley ) 33:41
3:3 Maaßen ( Firsanov, May ) 35:53
3:4 Schlicht ( Laub, Baum ) 37:18
3:5 Rinke ( Oppolzer, Stanley ) 44:33
3:6 Stanley ( Rinke, Oppolzer ) 54:21
3:7 Pietsch ( Baldys, Firsanov ) 56:37

Strafminuten:
Dortmund 16 + 10 Kristian – Bad Nauheim 8

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