Keine Hoffnung mehr auf den Aufstieg. Foto: Detlef Ross
Keine Hoffnung mehr auf den Aufstieg. Foto: Detlef Ross

Wien. (MR) Zur Endphase des Turniers warten auf Deutschland die nominell dicksten Brocken mit den Aufstiegsaspiranten Norwegen und Lettland (wobei Norwegen inzwischen ja aus dem Rennen ist). Gegen diese beiden Hochkaräter muss nun Deutschland jeweils die volle Punktzahl einfahren… Das soll nun heute mit völlig veränderten Reihen bewerkstelligt werden – nicht einmal die Top-Reihe um Kapitän Andreas Eder ist davon verschont geblieben. Nun, vielleicht verhilft diese Maßnahme dem deutschen Team zu mehr Durchschlagskraft, Chancen genug waren ja bisher vorhanden!

Zunächst fing Deutschland auch gut an, vor allem harmonierte Maxi Kammerer gut mit Stefan Loibl und Andreas Eder, den ersten Treffer aber erzielte Lettland, als Verteidiger Simon Schütz nicht nah genug am Mann stand (4.). Die Letten machten Deutschland das Leben schwerer und schwerer, konnten annähernd die gleiche Anzahl Chancen kreieren, um dann in Überzahl kurz vor der Sirene nochmals zuzuschlagen (20.).

Das zweite Drittel schien ähnlich zu laufen, zur Drittelmitte konnte Schütz einen Aufbaupass der Letten stören und die Scheibe abfangen. Tobias Eder bot sich in der Mitte an und sagte danke (30.). Loibl hätte direkt nachlegen können, später zielte Mayenschein nur auf den Mann im Tor, während auf der anderen Seite Franzreb auch nicht arbeitslos wurde. 75 Sekunden vor dem zweiten Seitenwechsel war er aber doch machtlos und konnte dem Puck nur über die Schulter nachschauen. Von diesem 1:3 erholte sich Deutschland nicht mehr. Trainer Künast hatte zwar wieder auf die bisherigen Formationen und drei Reihen umgestellt, doch mehr Zug zu Tor konnten die Jungs nicht mehr entwickeln. Vielmehr konnte man ihnen, je weiter das Spiel fortschritt, ansehen, dass sie selbst nicht mehr an einen Sieg glaubten. 90 Sekunden vor der finalen Sirene verließ Franzreb seinen Kasten zugunsten des 6. Feldspielers. Lettland befreite sich, der Puck flog im hohen Bogen von der eigenen blauen Linie zielgenau in den verwaisten Kasten zum Endstand von Deutschland 1 – Lettland 4.

Damit ist es nicht einmal mehr rechnerisch möglich, dass Deutschland noch etwas mit dem Aufstieg zu tun hätte! Das als Showdown gedachte letzte Spiel Deutschland gegen die ebenfalls hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Norweger wird dann ein reines Schaulaufen und ist nur noch von geringerem Interesse.

U20 WM, 4. Spieltag Norwegen – Kasachstan

NOR-KAZ Nystuen (NOR)Mittags traf Norwegen auf Kasachstan. Norwegen hatte Mühe, kam aber in der 6. Spielminute durch einen fremd abgefälschten Schuss zum Führungstreffer, dem sie in der 17. einen weiteren folgen ließen. Auch im mittleren Abschnitt war Norwegen noch die spielbestimmende Mannschaft, nach Schlägerbruch im Mitteleis und daher faktischer Unterzahl Norwegens setzte sich Asetov durch und netzte zum Anschluss ein (30.) Doch die Antwort folgte auf dem Fuße, keine 20 Sekunden später zappelte die Scheibe wieder im kasachischen Netz. Kasachstan blieb weiter unangenehm und dran, konnte in der 33. erneut verkürzen, wieder war es Asetov, der nicht konsequent genug angegangen worden war. Mit einem 3:2 ging es zum zweiten Seitenwechsel. Kasachstan kam voller Selbstvertrauen aus der Kabine und bestimmt den Schlussabschnitt, von Norwegen kam nicht mehr viel Konstruktives. Zum Ende hin häuften sich aber auf beiden Seiten die Fehlpässe, man neutralisierte sich oftmals schon in der neutralen Zone. 90 Sekunden vor der finalen Sirene nahm Kasachstan den Goalie vom Eis, und diesmal war es von dem gewünschten Erfolg gekrönt – Schuss auf den Goalie, der kann die Scheibe nicht wirklich festhalten, der Puck liegt frei im Kreis, und Kasachstan schaltet am schnellsten. Damit sind Norwegens Träume vom Aufstieg 20 Sekunden vor den dringend benötigten drei Punkten wie eine Seifenblase zerplatzt. Dass die Wikinger dann nach erneut torloser Overtime wieder im Penaltyschießen unterlagen, ist letztlich nur noch für die Statistik.

Gastgeber Österreich besiegt Italien klar

Das Abendspiel hatte wieder Gastgeber Österreich, heute hieß der Gegner Italien. Das Spiel war ein rechtes Einbahnstraßen-Hockey, Italien war über zwei Drittel so gut wie nicht vorhanden. Nach einen 1:0 im Startabschnitt wurde es im mittleren recht turbulent mit einigen Strafen und noch mehr Treffern. Bei 4 gegen 4 fiel das 2:0 für Österreich (23.), zwei Minuten später und bei 5 gegen 3 legte Österreichs Gaffal mit einem schönen Bauerntrick das Ei um den Pfosten ins Netz (25.). Nachdem (wieder bei 4 gegen 4) Lahoda zum 4. Treffer eingeschossen hatte, war der Arbeitstag des italienischen Goalies beendet. Doch sein Nachfolger musste wenig später ebenfalls hinter sich greifen (29.). Von Italien waren bisher fünf Torschüsse gezählt worden.

Im Schlussabschnitt verschob sich das Bild dann doch ein wenig, und Italien konnte dieses Drittel mit 3:2 für sich entscheiden, sodass am Ende ein 3:7 auf der Tafel stand, nicht genug, um Italien die ersten Punkte des Turniers zu liefern.

Damit lautet die aus deutscher Sicht ernüchternde Bilanz nach 4 Spieltagen:

Lettland mit 11 Punkten vor Österreich mit 9. Platz 3 für Deutschland mit 6 vor Kasachstan und Norwegen mit je 5 Punkten. Italien punktlos auf dem 6. Platz.

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