Deutschland unterliegt Norwegen im Penaltyschiessen © Detlef Ross
Deutschland unterliegt Norwegen im Penaltyschiessen © Detlef Ross

Wien. (MR) Der letzte Spieltag des Turniers hätte eigentlich der Showdown sein sollen mit dem vor dem Turnier prognostizierten „Endspiel“ um den Aufstieg zwischen Deutschland und Norwegen. Wer das Turnier verfolgt hat, wurde schnell eines Besseren belehrt, statt Norwegen und Deutschland haben am letzten Tag nur noch Lettland und Österreich die Chance in die Top-Division aufzusteigen.

Lettland im Mittagsspiel konnte mit einem Punktgewinn gegen die punktlosen Italiener bereits alles klarmachen. Früh hatten sie im Startabschnitt den Führungstreffer vorgelegt, spielten anschließend mit etwas angezogener Handbremse. Italien fand 40 Minuten im Angriff kaum statt, verlegte sich aufs Zerstören und konnte sich hinten auf Keeper Treibenreif verlassen. Als die Azzuri im Schlussabschnitt konsequenter nach vorne kamen, blieb ihnen aber der verdiente Ehrentreffer versagt. Am Ende stand – nach Emptynetter – ein 3:0 für Lettland auf der Tafel – der Jubel war riesig, damit war der Aufstieg perfekt.

Nachmittags ging es zwischen Norwegen und Deutschland nur noch darum, sich mit Anstand aus dem Turnier zu verabschieden. Es wurde ein entsprechend hart umkämpftes Spiel mit wenig Chancen auf beiden Seiten. Im Startabschnitt hatte Deutschland noch die beste Möglichkeit, als sie volle zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis agierten, doch es ging immer wieder nur rund um das Tor, sodass kein einziger Torschuss dabei heraussprang. Erst im zweiten Drittel wurde das Spiel besser, oder zumindest erfolgreicher aus deutscher Sicht. Norwegen hatte gerade eine Unterzahl schadlos überstanden, als dann doch der Treffer fiel (Körner, 28.). Nur vier Minuten später ließ Edfelder den zweiten Treffer folgen. Richtig Grund zum Jubeln hatte der deutsche Anhang, als Napravnik ein Zuspiel von Tobias Eder in den Torhimmel hob – 24 Sekunden vor dem zweiten Kabinengang.

Warum Deutschland sich dann allerdings völlig zurückgezogen hat, bleibt unverständlich. Man hatte sich offenbar darauf verständigt, diese komfortable Führung verteidigen zu wollen. Mit passendem Tip-In war Knold nach gut fünf Minuten im Schlussabschnitt erstmals erfolgreich und konnte gar zur 50. Spielminute ein weiteres Mal einschieben. In der Zwischenzeit gab es nur wenig halbherzige Entlastungsangriffe der Adlerträger. Bundestrainer Künast versuchte mit einer Auszeit das Team für die restlichen 10 Minuten einzustellen, es ging dann auch kurzfristig wieder nach vorne. Doch als bei einer Restspielzeit von 2 Min. 16 Sek. Norwegen eine Strafe kassierte, blieb man weiterhin im eigenen Drittel angewachsen. 38 Sekunden vor dem Ende zog Norwegen den Goalie, und der von der Strafbank zurückkehrende Olsen konnte einen Bandenrückpraller zum großen Jubel der Norweger verwenden – es hatten 2 (!) Sekunden gefehlt! Damit kam auch Deutschland bei diesem Turnier noch in den Genuss einer Overtime; Norwegen hatte damit je bereits zweifache Erfahrung. Und auch diesmal blieb die Overtime torlos. Im Penaltyschießen hatte schließlich Norwegen die Nase vorn und damit Deutschland in der Tabelle vom 3. Platz verdrängt.

Im Abendspiel ging es für Österreich um nichts außer die Ehre – die Silbermedaille war ihnen bereits sicher. Früh ließen sich die Gastgeber allerdings vom „besten Aufsteiger aller Zeiten“ düpieren und in 92 Sekunden gleich zwei Dinger reinlegen, was Österreichs Coach schon zur Auszeit inspirierte. Sein Team bekam das Spiel besser in den Griff und schaffte sich einige Chancen. Aber es war wie verhext, die Scheibe wollte nicht reingehen. Ein Powerplay war gerade abgelaufen, als Huber doch noch vollstrecken konnte (20.). Im mittleren Abschnitt arbeiteten die Kasachen konsequenter und kamen folgerichtig aus den mehr Torschüssen zu zwei weiteren Treffern, sodass nach 40 Minuten ein 1:4 auf der Tafel stand. Auch im Schlussabschnitt war der Aufsteiger die aktivere Mannschaft mit etwas mehr Chancen; im Powerplay konnten sie den 5. Treffer markieren. Darauf hatte Österreich fast postwendend die richtige Antwort (Haudum, 49.). Weiter wollten aber keine Treffer mehr fallen, sodass sich Gastgeber Österreich mit einer umkämpften aber unumgänglichen 2:5 Niederlage aus dem Turnier verabschiedet.

Die Silbermedaille dürfte ihnen die Niederlage aber leichter gemacht haben; mit einem zweiten Platz hatte beim ÖEHV sicherlich niemand gerechnet. Mit einem fünften (5.!) Platz für Deutschland allerdings auch nicht…

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